Eine der wichtigsten Design-Ziele einer erfolgreichen Produktionsanlage ist es so einfach wie möglich zu halten. Eine Fertigungsanlage, auf die man sich rund um die Uhr verlassen muss, sollte nicht nur einfach zu bedienen sein sondern auch einfach zu warten und zu reparieren. Dies ist keine leichte Engineering Aufgabe, da neue technische Möglichkeiten und anspruchsvolle Kundenanforderungen uns in die entgegengesetzte Richtung treiben. Aber der alte Spruch " was nicht da ist, kann nicht kaputt gehen." trifft heute mehr denn je zu.

Wenn Sie mit kleinen Toleranzen kämpfen, dann kann 0,0012 mm pro 100 mm und ° C Temperaturänderung entscheidend oder sogar katastrophal sein (Beispiel Stahl).
Worum geht es dann bei der Temperaturkompensation? Oft wird nur ein Sensor benötigt, es ist keine Raketenwissenschaft, aber es gibt auch nichts umsonst. Der Sensor muss kalibriert, mechanisch fixiert oder positioniert, angeschlossen und programmiert werden. Bei einigen Maschinen ist es unvermeidbar, andere kommen ohne negative Folgen zurecht.

Messsysteme können die Verwendung eines Temperatursensors vermeiden, wenn die folgenden Bedingungen zutreffen:

  1. Das Messsystem verwendet einen Einstellmeister - ein relatives Messprinzip
  2. Das Werkstück und der Einstellmeister wurden aus dem gleichen Material gefertigt oder haben denselben Temperaturkoeffizienten, oder beide sind bekannt und das Messsystem kann sich entsprechend einstellen.
  3. Die Temperaturänderungen sind langsam genug um einen Einstellmeisterzyklus zu ermöglichen um die Messungen neu "auszurichten".
  4. Das Werkstück und der Einstellmeister haben die gleiche Temperatur.
  5. Die gemessenen relativen Unterschiede sind "klein" im Vergleich zur gemessenen Dimension.

Das funktioniert, weil der Einstellmeister in einem Messlabor bei 20°C vermessen und zertifiziert wurde und dieser Wert im Messsystem aufgenommen wurde. Die eingebauten Sensoren messen nur die Unterschiede zwischen dem Einstellmeister und dem Werkstück. Temperaturänderungen werden vom System während des Einstellmeisterzykluses aufgenommen / erkannt als Messwertänderung am Einstellmeister. Aufgrund von Regel Nummer 5 ist die Tatsache, dass die gemessenen Abweichungen "unkompensioniert" sind nicht signifikant.

Seien Sie vorsichtig wenn sie Werte mit anderen Systemen vergleichen. Wenn die oben aufgeführte Methode verwendet wird, werden die Messwerte "temperaturkompensiert" bei 20° C angezeigt - kein Sensor erforderlich!